Fragen zur Gestaltung des Schuljahresende

26.05.2020

Leistungsermittlung, Zeugniserstellung & feierliche Anlässe

Aufgrund der aktuellen Situation durch das Corona-Virus erhalten das Bildungsministerium, die Schulämter und das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) auf unterschiedlichen Wegen Fragen zur Gestaltung der schulischen Abläufe zum Schuljahresende unter den gegebenen besonderen Rahmenbedingungen. Die wichtigsten Fragen beziehungsweise die FAQs (Frequently Asked Questions) wurden daher in einer kurzen Übersicht zusammengestellt und auch als Schreiben an die Schulen Mecklenburg-Vorpommerns versendet.

Die FAQs zum Schujahresende

Fragen zur Ermittlung der Leistungen am Schuljahresende

Die Klassenkonferenz beschließt unter Anwendung des pädagogischen Ermessensspielraums die Gesamtnote. Dieses gilt auch für die Leistungsbewertung im Wahlpflichtunterricht und für die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens. Auch im Produktiven Lernen werden für die Bildung der Gesamtnote die bis zur  Schulschließung erbrachten Leistungsnachweise sowie gegebenenfalls weitere zur Leistungs-verbesserung vorliegende Noten herangezogen.

Für die Ermittlung der Leistungen am Schuljahresende sind die Hinweise in den Schreiben zur Leistungsermittlung und -bewertung vom 31. März 2020 (21. Hinweisschreiben) und vom 8. Mai 2020 (52. Hinweisschreiben) zugrunde zu legen.

Fragen zur Versetzung

Schülerinnen und Schülern in Mecklenburg-Vorpommern sollen durch die CoronaKrise grundsätzlich keine Nachteile mit Blick auf die Versetzung entstehen. Deshalb
sollen grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler versetzt werden. Schülerinnen und Schüler, deren Versetzung schon vor der Corona-Krise gefährdet war und deren
Leistungsstand eine erfolgreiche Mitarbeit in der nächsthöheren Jahrgangsstufe in Frage stellt, können das Schuljahr freiwillig wiederholen. In diesen Fällen finden
Beratungsgespräche mit den Erziehungsberechtigten statt. 

Unabhängig davon berät und entscheidet die Klassenkonferenz über alle Angelegenheiten, die die Erteilung der Schullaufbahnempfehlung, die Erteilung der Berichte und Zeugnisse sowie Versetzungen, Wiederholungen und Übergänge betreffen. Anträge auf Wiederholung sind zu genehmigen, da mit den im zweiten Schulhalbjahr gegebenen Umständen eine Begründung für eine Wiederholung in jedem Fall vorliegt. Dieses gilt auch für Fälle der zweifachen oder aufeinander folgenden Wiederholung einer Jahrgangsstufe. In diesen Fällen werden gemäß Artikel 3 § 2a Absatz 9 der Mantelverordnung die  außergewöhnlichen Umstände gemäß § 64 Absatz 2 Satz 4 Schulgesetz M-V als erfüllt angesehen und entsprechende Anträge genehmigt.

Die Schulen geben nach Abschluss des Verfahrens der unteren Schulbehörde Auskunft über die erteilten Genehmigungen.

Fragen zum Erwerb der Berufsreife & zum Übergang in die 10. Klasse der Regionalen Schule

Wenn eine Schülerin oder ein Schüler die Voraussetzungen für den Erwerb der Berufsreife nicht erfüllt, kann sie oder er sich auf Antrag in maximal zwei Fächern mit nicht ausreichenden Leistungen einer Leistungsfeststellung unterziehen und somit ihre oder seine Leistungen verbessern. In diesen Fällen finden §§ 10 und 11 der Verordnung über die Versetzung, Kurseinstufung und den Wechsel des Bildungsganges sowie über die Berufsreife vom 1. Juli 2012 in der derzeit gültigen Fassung Anwendung.

Gemäß Artikel 3 Absatz 10 der Mantelverordnung erfolgt eine Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 für die Schülerinnen und Schüler, die die Berufsreife erreicht haben. Im Hinblick auf ihre weitere Schullaufbahn sind Schülerinnen und Schüler sowie ihre Erziehungsberechtigten verbindlich und ausführlich zu beraten.

Schülerinnen und Schüler, die auf Antrag ab Jahrgangsstufe 8 aufgrund besonderer Leistungsschwächen in Deutsch, Mathematik und Englisch von der ersten Fremdsprache befreit und darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass sie die Mittlere Reife nicht mehr erwerben können, werden im Hinblick auf ihre weitere berufliche Ausbildung beraten. Sie können nicht in Jahrgangsstufe 10 versetzt werden.

Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache, die in diesem Schuljahr in Jahrgangsstufe 9 keine Feststellungsprüfung ablegen konnten, können bei Erfüllung der sonstigen Bedingungen für den Erwerb der Berufsreife auch ohne Erfüllung der Fremdsprachenverpflichtung in Jahrgangsstufe 10 versetzt werden. Die Erfüllung der Fremdsprachenverpflichtung soll im Schuljahr 2020/2021 vor der Mittlere-Reife Prüfung vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden personellen, organisatorischen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen durch eine Feststellungsprüfung nachträglich nachgewiesen werden.

Schülerinnen und Schüler, die in Jahrgangsstufe 10 der Regionalen Schule übergehen, erhalten ihre Jahresnoten auf der Anspruchsebene der Mittleren Reife. Schülerinnen und Schüler, die die Schule mit dem Abschluss der Berufsreife verlassen, erhalten die Noten in den Fächern mit Fachleistungsdifferenzierung auf der Anspruchsebene der Berufsreife.

Fragen zur Zeugnisausstellung

Auf dem Zeugnis werden keine Vermerke im Hinblick auf die besondere pandemiebedingte Lernsituation im Schuljahr 2019/2020 dokumentiert. Ist ein Fach aus schulorganisatorischen Gründen nicht erteilt worden, ist statt der Note „nicht erteilt“ zu vermerken. Gleiches gilt, wenn im epochal erteilten Unterricht keine Leistungsnachweise aus dem zweiten Schulhalbjahr vorliegen.

Unter Vermerke ist der Versetzungsvermerk anzugeben, gegebenenfalls besondere Leistungen sowie die Teilnahme an Praktika. Fehltage werden vom Schuljahresbeginn bis zum 13. März 2020 ermittelt und ausgewiesen. Auf dem Zeugnis wird als Ausstellungsdatum das Datum der Zeugnisausgabe aufgeführt.

In der Grundschule wird am Ende der Jahrgangsstufe 1 sowie in den Diagnoseförderklassen 0 und 1 ein Lernentwicklungsbericht erstellt. Die Einschätzung im Lernentwicklungsbericht umfasst die Lernentwicklung des gesamten Schuljahres. Die Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler im zweiten Schulhalbjahr – auch im häuslichen Lernen – wurde im Rahmen der Lernfortschrittsdokumentation erfasst und wird im Lernentwicklungsbericht beschrieben.

In der Schule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung erhalten Schülerinnen und Schüler zum Schuljahresende einen Bericht, in dem die Entwicklung der beiden Halbjahre dokumentiert wird. In der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung erhalten Schülerinnen und Schüler zum Schuljahresende ein Zeugnis, in dem die Entwicklung der beiden Halbjahre dokumentiert wird.

Zeugnisausgabe, Abschlussfeier und Einschulung

Die Zeugnisausgabe organisiert die Schule unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Hygieneschutzbestimmungen in eigener Zuständigkeit. Die Zeugnisausgabe sollte im Regelfall in den gebildeten Lerngruppen am letzten Tag des Präsenzunterrichts im Schuljahr durch die Klassenlehrerin beziehungsweise den Klassenlehrer erfolgen.

Unter Einhaltung des Hygieneplans in der jeweils aktuellen Fassung sind Einschulungs- und Abschlussfeiern grundsätzlich möglich. Die konkrete Gestaltung wird schulspezifisch geplant, mit dem zuständigen Gesundheitsamt und mit der zuständigen Schulrätin bzw. dem zuständigen Schulrat abgestimmt. Die Erziehungsberechtigten sind bei der Planung der Feiern eng mit einzubeziehen. Die untere Schulaufsicht genehmigt die entsprechenden Planungen auf dieser Grundlage.

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Schulen

Werderstraße 124
19055 Schwerin